Pädagogische Aufgaben und Schwerpunktbereiche

Im Folgenden werden die verschiedenen Schwerpunkte unserer täglichen Bildungs- und Erziehungsarbeit aufgezeigt und erläutert. Diese Anforderungen finden auch Berücksichtigung im Raumkonzept der Krippe.

Elternmitwirkung und Erziehungspartnerschaft

Eltern sind die wichtigsten Bezugspersonen ihrer Kinder. Sie sind diejenigen die das Kind mit seinen Vorlieben und Bedürfnissen am besten kennen. Daher sind Eltern die wichtigsten Partner, Experten und Berater der ErzieherInnen.

Die Erziehungspartnerschaft beginnt mit der Anmeldung und dem Aufnahmegespräch. Die gemeinsame Aufgabe besteht darin, dem einzelnen Kind eine tragfähige Brücke zu bauen und Hand in Hand den Übergang vom Elternhaus in die Krippe zu gestalten. Der Austausch hierzu ist der erste Schritt.
Auf der Grundlage der Bindungstheorie und dem Wissen über die Notwendigkeit eines haltgebenden Bindungsaufbaus ist gerade in der Anfangszeit ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und Feinfühligkeit für die Bedürfnisse des Kindes und für die Befindlichkeit der Eltern gefragt. Die Eingewöhnungszeit bietet im zweiten Schritt eine wichtige Gelegenheit, den Grundstein für eine dauerhafte und stabile Erziehungspartnerschaft zu legen.

Über die Zeit der Eingewöhnung hinaus stehen unsere ErzieherInnen mit den Eltern täglich in Kontakt, sei es beim morgendlichen Kommen oder beim nachmittäglichen Abholen. Hier kommt es zu regelmäßigen Tür- und Angelgesprächen. Diese Gespräche haben eine zentrale Bedeutung.
 
Da Kinder sich aufgrund ihrer sprachlichen Entwicklung noch nicht  verbal mitteilen können, übernehmen Eltern eine Vermittlerrolle. Sie  informieren ErzieherInnen über wichtige Details. Am Ende des Tages übernimmt die ErzieherIn diese Rolle. Unsere ErzieherInnen notieren über den ganzen Tag die Besonderheiten des einzelnen Kindes, z.B. das Ess- und Schlafverhalten, die Häufigkeit des Wickelns etc. Weiter werden die Entwicklungs-, Lern- und Bildungsprozesse jedes Kindes kontinuierlich dokumentiert.  

Über die Tür- und Angelgespräche hinaus finden zwei bis drei Entwicklungsgespräche im Jahr statt. Diese Gespräche geben Raum, sich über die Entwicklung des Kindes zu Hause und in der Einrichtung auszutauschen. Im Dialog entsteht ein ganzheitliches Bild von dem einzelnen Kind, was beiden Seiten im Umgang mit dem Kind und beim Verstehen seiner Bedürfnisse weiter hilft.

Eltern, die sich selbst einen Eindruck von der pädagogischen Arbeit, dem emotionalen Wohlbefinden ihres Kindes und den spezifischen Entwicklungsmöglichkeiten bilden möchten, erhalten die Möglichkeit zur Hospitation.
Über die Hospitation und Gesprächsmöglichkeiten hinaus erhalten Eltern die Möglichkeit der Beratung und Begleitung. Mit entwicklungsspezifischen Themen können sich Eltern an unsere ErzieherInnen wenden und erhalten fachkompetente Beratung. Zu den verschiedenen Anlässen werden Eltern in die Krippenarbeit mit eingebunden und eingeladen, sei es zu Gottesdiensten, Festen und Feiern, Bastelnachmittagen, Ausflügen oder Themenelternabenden.

Wir sehen, dass die Arbeit mit Krippenkindern nur in enger Zusammenarbeit mit Eltern erfolgen kann. Ein guter, offener, kritikfähiger und intensiver Kontakt zwischen Eltern und ErzieherInnen wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden des Kindes aus. Fühlen sich Eltern ernst genommen und gut beraten, werden sie das Gefühl ihrem Kind vermitteln, in der Krippe gut betreut zu sein.
Die Erziehungspartnerschaft geschieht in einem Beziehungsdreieck, sie beginnt mit der Aufnahme, wird täglich gepflegt und bewährt sich über die Beratungsgespräche.

Verantwortungsvolle und wertorientierte Kinder

Kinder sind darauf angewiesen, vertrauensbildende Grunderfahrungen zu machen, die sie ein Leben tragen.
Als katholische Kindertageseinrichtung, sei es im Bereich der Krippe, des Kindergartens, des Horts, erhalten unsere Kinder die Möglichkeit, religiöse Erfahrungen zu sammeln und sich mit religiösen Fragen auseinanderzusetzen.

Sie erfahren christliche Traditionen, nach ethischen und christlichen Grundsätzen zu handeln und religiöse und kulturelle Werte zu achten. Gleichzeitig entwickeln Kinder Achtung vor der Freiheit der Religionen, der Weltanschauungen, des Glaubens und des Gewissens. Kinder entwickeln eine Grundhaltung, die von Wertschätzung und Respekt vor anderen Menschen sowie von Achtung gegenüber der Natur und der Schöpfung geprägt ist.
 
Die religiösen und werteorientierten Erfahrungen geben Kindern Halt und Orientierung für das ganze Leben.

Bildung von Anfang an

Kinder sind vom Tage der Geburt an aktiv handelnde Individuen. Kinder sind von Natur aus neugierig. Sie haben Lust, diese Welt zu erforschen.

Das bedeutet für unsere tägliche Arbeit:

Das Krippenteam weiß um die individuellen Unterschiede bei Kindern und dokumentiert anhand strukturierter Beobachtungen die individuellen Entwicklungsprozesse der einzelnen Kinder.
Die räumliche und materielle Ausstattung ist entsprechend auf die Altersstruktur und den Anspruch ausgerichtet. Die Lern- und Erfahrungsfelder sind vielfältig und anregend.

Das Spielmaterial ist altersgemäß und wird bei den Kindern eine Freude zum Entdecken und Ausprobieren wecken. Materialien zur sinnlichen Wahrnehmung wie zum Beispiel Klangkissen, Fühlsäckchen, Massagebälle, Materialien zum Matschen, Malen und Formen oder auch Spielpodeste in verschiedenen Höhen, Spiegelwände und Spielteppiche tragen dazu bei.

Bindung & Trennung - ein wichtiger Bestandteil

Unabhängig vom Elternhaus ist die Bindung des Kindes zu seinen ErzieherInnen von großer Bedeutung. In der Zeit der Eingewöhnung kann das Kind eine positive Beziehung zu seinen ErzieherInnen zusammen mit den Eltern aufbauen. Die Eingewöhnung wird in Anlehnung an das „Berliner Modell“ von Kuno Beller gestaltet.
Unsere KrippenerzieherInnen gestalten die Eingewöhnungszeit individuell in Absprache mit den Eltern. Intensive Aufnahmegespräche zwischen Eltern und ErzieherInnen bilden dabei die Basis zu einer gelingenden Zusammenarbeit. In der Zeit der Eingewöhnung begleiten familiäre Bezugspersonen den Prozess aktiv und tragen zum Beziehungsaufbau ihren Anteil bei.

Kommunikationsfreudige Kinder

Die Sprachkompetenz ist eine grundlegende Voraussetzung für die emotionale und kognitive Entwicklung des Kindes. Die Sprachentwicklung beginnt bereits vor der Geburt, erfolgt kontinuierlich und ist niemals abgeschlossen.

Unsere KrippenerzieherInnen besitzen Kenntnis über Sprachentwicklung und Kommunikationsentwicklung. Im täglichen Miteinander finden intensive sprachliche Auseinandersetzungen mit den Kindern statt, wodurch die Entwicklung unterstützt und angeregt wird.

Starke Kinder

Die Entwicklung der eigenen Emotionalität, der Erwerb sozialer Fähigkeit und die Gestaltung sozialer Beziehung sind eng miteinander verknüpft. Die ersten drei Jahre sind bei dieser Entwicklung von großer Bedeutung.

Unser Erzieherteam bietet entsprechend des Entwicklungsstandes und des momentanen Befindens des Kindes entsprechende Anregungen. Das  emotionale Verständnis von sich selbst, die Wahrnehmung von Gefühlen, Stimmungen und Befindlichkeiten anderer Menschen, ist ein Entwicklungsprozess, den wir unterstützen.

Der Weg der Selbstständigkeit eröffnet sich Kindern über den Weg des Ausprobierens - hierfür bieten die ErzieherInnen den notwendigen Raum. Der Kontakt mit Gleichaltrigen dient Kindern der Nachahmung und dem Vergleich. Das Verhalten Älterer spornt die Entwicklung der Kinder an. Kinder lernen, sich in der Gruppe einzufügen. Diese Prozesse zur Bildung sozialer Beziehungen werden positiv unterstützt und begleitet.

Partizipation

Die Kinder haben die Möglichkeit der Partizipation = Mitbestimmung. Mit dem Krippenkind stellt dies aufgrund der Altersstruktur eine besondere Herausforderung dar. Damit dieser Prozess gelingt, wird durch das Personal eine dementsprechende Grundhaltung im pädagogischen Tagesablauf eingenommen. Durch intensive Beobachtung und Dokumentation werden Wünsche, Interessen und Bedürfnisse der Kinder festgehalten und umgesetzt.
Eine Kultur des Hinhörens unterstützt diesen Ansatz, das Kind an denen ihr Leben in der Einrichtung betreffenden Entscheidungen zu beteiligen.

Essensverpflegung

Ein zentrales Thema zu allen Mahlzeiten nimmt die gesunde Ernährung ein. Krippenkinder lernen und erleben mit allen Sinnen. Das Essen nimmt mit jeder einzelnen Mahlzeit im Tagesablauf eine wichtige Rolle ein, in der ganzheitlich unterschiedlichste Lernprozesse stattfinden.

Darunter verstehen wir:

  • eigene Fähigkeiten rund um die Nahrungsaufnahme
  • die Wiederkehr von zeitlichen Abläufen (Frühstück, Spielen,   Wickeln, Schlafen,  Mittagessen usw.)
  • Geschmack, Geruch und Konsistenz verschiedener Nahrungsmittel
  • Name der Nahrungsmittel
  • soziales Miteinander und Kommunikation in der Gruppe
  • Leben von Ritualen (gemeinsames Tischdecken, Tischgebet, gemeinsames Essen usw.)

Es werden bis zu drei Mahlzeiten (Frühstück, Mittagessen, Nachmittagssnack) in der Krippe angeboten. Die Zwischenmahlzeiten werden von den Eltern in die Krippe mitgegeben. In der Mittagszeit versorgt ein Cateringunternehmen die Kinder.
Nach Notwendigkeit, z.B. wegen Allergien, Krankheiten etc. besteht die Möglichkeit, Milchflaschen in der Küche aufzuwärmen und Brei anzurühren. Dies geschieht in Absprache mit den Eltern. Generell gilt das Prinzip der Freiwilligkeit der Kinder. Kein Kind wird gezwungen, etwas zu essen. Über das Essverhalten der Kinder erhalten Eltern täglich Auskunft und bei Bedarf auch Beratung. Zu den Mahlzeiten und während des Tages wird den Kindern  Wasser und ungesüßter Tee seitens der Einrichtung angeboten.

Pflegezeit ist Beziehungszeit

Während der Eingewöhnung wird die Mutter oder der Vater ihr Kind wickeln. Im Beisein wird die ErzieherIn Hilfestellung leisten und dann immer mehr und mehr die Tätigkeit von den Eltern übernehmen, dass sich seinerseits die Eltern immer mehr zurücknehmen.
Über die Windelzeit lernt das Kind im Laufe der Zeit durch Nachahmung das Töpfchen und im Folgeschritt die Kindertoilette zu besuchen. Die Sauberkeitsentwicklung ist einer von vielen Schritten in ein selbständiges Handeln des Kindes. Dieser Entwicklungsschritt vollzieht sich in einem für das Kind notwendigen zeitlichen Rahmen. Für die Wickelphasen sind die Pampers und Cremes von zu Hause mitzubringen. Kinder besitzen Eigentumsfächer, in denen ihre Pflegeutensilien aufbewahrt werden.