Vermittlung des christlichen Glaubens – wie unsere Kinder Gott erfahren

In der „Kinderwelt St. Mauritius“ möchten wir den Kindern eine Atmosphäre schaffen, in der sie sich von Gott als unbedingt geliebt und angenommen erleben.

Dies geschieht besonders nachhaltig, wenn die Kinder ihre religiösen Erfahrungen im ganzheitlichen Sinn, mit allen Sinnen machen dürfen. In der religiösen Erziehung stehen die Kinder im Mittelpunkt. Sie sind keine Missionsobjekte, auch keine unfertigen Erwachsene, sondern vollwertige kompetente Personen mit eigener Würde und eigenen Rechten. Die Kinder stellen Fragen nach Gott und dem Sinn des Lebens und bilden im Rahmen ihrer Möglichkeiten eigenständige „theologische“ Sichtweisen. Das Gespräch zwischen Kindern und Erwachsenen über Religion ist als gemeinsame Suche nach Wahrheit zu verstehen.

Religiöse Erziehung soll dazu beitragen, dass Kinder ihre gegenwärtige Lebenssituation und ihre aktuellen Erfahrungen besser begreifen können und auf zukünftige Situationen vorbereitet sind. Sie können durch viele verschiedene Methoden erspüren, dass Gott für sie da ist und ihnen Mut zuspricht. Anhand von Bilderbuchbetrachtungen, Erzählen von biblischen Geschichten aus dem Alten und dem Neuen Testament wird den Kindern der Bezug zu Situationen des täglichen Lebens verdeutlicht. Gott wird als Schöpfer, Helfer, Ratgeber und Verbündeter wahrgenommen und die Kinder erfahren, dass Gott immer wieder einen Neuanfang zulässt.

Aus dem Neuen Testament wird den Kindern die Lehre Jesu in kindgerechter Form erzählt und aufbereitet. Dies geschieht hauptsächlich in Anlehnung an die entsprechenden Feste des Jahreskreises (Advent, Weihnachten und Ostern).

Besonders in Vorbereitung und Mitgestaltung der christlichen Feste, Gottesdienste und Andachten haben die Kinder Anteil am christlichen Leben - nicht nur in unserer Einrichtung, sondern auch in der Pfarrgemeinde.

Die Kinder unserer Tagesstätte können durch die im Jahreskreis vorgegebenen Feste immer mehr in die religiöse Tradition unserer Gesellschaft hineinwachsen und die geistigen Wurzeln verstehen lernen. Rituale werden dadurch mit Leben und Sinn gefüllt.

Besonders im Advent sammeln die Kinder vielfältige kreative und meditative Erfahrungen.

Durch das Singen von Liedern und dem Hören von Heiligengeschichten (St. Martin, St. Nikolaus) erleben sie die Adventszeit als Warte- und Vorbereitungszeit auf Weihnachten und damit das Fest der Geburt Jesus Christus. Die Weihnachtsgeschichte findet ihren Abschluss im Erzählen von den Heiligen drei Königen und dem Besuch der Sternsinger in unserer Kindertagesstätte.

Mit dem Erteilen des Blasiussegens an Maria Lichtmess wird die Zusage von Gottes Schutz für die Menschen erneut bekräftigt. In der Fastenzeit als Vorbereitungszeit auf Ostern geht es vermehrt um existentielle Themen wie Trauer, Abschied, Schmerz und Verzicht. Die Kinder hören Geschichten vom Abschied nehmen, von Jesu Einsatz für die Menschen und seiner Leidensgeschichte. In einer kleinen Gruppenfeier wird den Kindern die Auferstehung, das neue Leben, das Jesus uns Menschen geschenkt hat, aufgezeigt und gefeiert. Anhand von Beispielen aus der Natur, dem Frühlingserwachen, kann jedem Kind die Auferstehung näher gebracht werden. Das Ostergeschehen stellt das wichtigste kirchliche Fest dar und soll auch als solches den Kindern sehr feinfühlig in Gesprächen, Momenten der Stille und dem Erleben der Mahlgemeinschaft erlebbar gemacht werden.

Mit Geschichten aus der Bibel und dem Kennenlernen von verschiedenen Pfingstsymbolen erfahren die Kinder vom Pfingstfest, dem Fest der Aussendung des Heiligen Geistes und dem damit verbunden Geburtstagsfest der Kirche. Die Kinder werden sensibilisiert für das Angenommen-sein und die Möglichkeit, am Reich Gottes Anteil zu haben und es auch für andere mitzugestalten.

Ebenso ist das Kennenlernen und Akzeptieren anderer Religionen ein großes Anliegen in unserer Einrichtung. Nur wenn wir im Zwiegespräch mit anderen Religionen bleiben, können wir zu einem friedvolles Miteinander beitragen, von dem alle Menschen profitieren.